Montag, 31 März 2025 19:58

Modell-Darm in Ingolstadt vermittelt Wissen über Darmkrebs

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Klinikum Ingolstadt Klinikum Ingolstadt pixabay/Foto illustrativ

Ein begehbares Darmmodell, Fachvorträge und Beratungsmöglichkeiten – das Klinikum Ingolstadt informierte am Samstag umfassend über Darmkrebs. Die Veranstaltung fand zum Abschluss des Aktionsmonats März im Foyer des Hauses statt. Besucher konnten nicht nur interaktive Einblicke gewinnen, sondern auch medizinische Fachkräfte direkt befragen.

Inhaltsverzeichnis:

Modell-Darm zieht Aufmerksamkeit im Klinikum Ingolstadt auf sich

Ein mannshohes, begehbares Modell des menschlichen Darms war das zentrale Element der Veranstaltung. Es zeigte anschaulich Aufbau, Funktionen sowie Veränderungen bei Erkrankungen wie Polypen, Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn. Medizinerinnen und Mediziner führten Interessierte durch das Innere des Modells. Dabei erklärten sie krankhafte Veränderungen der Darmwand und stellten chirurgisches Instrumentarium vor.

Zahlreiche Informationsstände ergänzten das Angebot. Besucher konnten sich dort unter anderem über künstliche Darmausgänge, psychologische Unterstützung und die Arbeit der Bayerischen Krebsgesellschaft informieren. Auch Themen wie Stomatherapie, Ernährung und seelische Begleitung wurden behandelt. Die Kombination aus visuellen Eindrücken und Fachwissen ermöglichte einen besonders praxisnahen Zugang.

24.000 Todesfälle jährlich – das Risiko bleibt hoch

Darmkrebs ist in Deutschland weiterhin eine der häufigsten Krebsarten. Rund 61.000 Menschen erkranken jedes Jahr neu, etwa 24.000 sterben daran. Bei Frauen ist es die zweithäufigste, bei Männern die dritthäufigste Krebserkrankung. Zu den wesentlichen Risikofaktoren zählen:

  • Ungesunde Ernährung
  • Rauchen
  • Genetische Vorbelastung
  • Übergewicht

Fettzellen produzieren Wachstumshormone, die auch das Tumorwachstum fördern können. Professor Markus Rentsch, Leiter des Darmzentrums, hob hervor, dass zunehmend auch junge Menschen betroffen sind. Während bei Personen über 50 die Erkrankungsrate dank Vorsorge sinkt, zeigt sich bei Jüngeren ein gegenläufiger Trend.

Moderne Diagnostik und neue Therapieansätze

Die medizinische Entwicklung bietet mittlerweile weniger belastende Diagnosemethoden. Darmspiegelungen erfolgen heute meist unter Kurznarkose. Virtuelle Darmspiegelungen per Computertomografie ermöglichen sogar eine Untersuchung ohne direkte Instrumente. Diese Technik kann insbesondere für Menschen mit Hemmungen gegenüber klassischen Methoden eine Alternative sein.

Auch die Krebstherapie entwickelt sich weiter. Eine Chemotherapie verläuft nicht bei allen Patienten gleich belastend. Neue Medikamentenkombinationen und gezielte Antitumortherapien befinden sich in der Erprobung. Etwa vier bis fünf Prozent der Erkrankten könnten künftig allein medikamentös behandelt werden. Dies würde Eingriffe und klassische Therapien teilweise ersetzen.

Vorsorge und Aufklärung als Schlüssel

Früherkennung spielt bei Darmkrebs eine entscheidende Rolle. Wird der Krebs in einem frühen Stadium erkannt, steigen die Heilungschancen deutlich. Die Bayerische Krebsgesellschaft bietet Beratungen nicht nur für Erkrankte, sondern auch für Angehörige und Interessierte an. Dabei steht nicht nur medizinische Information im Fokus, sondern auch die Überwindung von Ängsten und Vorurteilen.

Mit der Veranstaltung zum „Darmkrebsmonat“ setzt das Klinikum Ingolstadt ein deutliches Zeichen für Aufklärung, Prävention und moderne Behandlungsansätze. Das Zusammenspiel aus Fachwissen, Technik und persönlichem Austausch zeigt, dass Aufklärung nicht trocken sein muss – und dass Prävention Leben retten kann.

Quelle: Ingolstadt Today, www.patizonet.com/de/