Sonntag, 24 November 2024 09:52

Bayerisches Notfallregister startet Pilotbetrieb

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Rettungsdienst - Bayern Rettungsdienst - Bayern pixabay/Foto illustrativ

Nach Jahren intensiver Vorbereitung ist das bayerische Notfallregister in den Pilotbetrieb gegangen. Dieses bundesweit einzigartige System ermöglicht erstmals eine umfassende Erfassung, Zusammenführung und Analyse von Notfalldaten entlang der gesamten Rettungskette. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann erklärte, dass das System die Qualität der Notfallversorgung entscheidend verbessern soll.

Inhaltsverzeichnis:

Joachim Herrmann und die Bedeutung des Notfallregisters

Innenminister Joachim Herrmann betonte, dass mit dem Notfallregister alle verfügbaren Daten entlang des gesamten Notfallprozesses zentral zusammengeführt werden. Dies umfasst Daten von den integrierten Leitstellen, dem Rettungsdienst und den Kliniken. Die erfassten Daten werden später anonymisiert ausgewertet.

Das Ziel ist es, eine Grundlage für Qualitätskontrolle, wirtschaftliche Effizienz und Forschung im Bereich der Notfallmedizin zu schaffen. Herrmann bezeichnete diesen Fortschritt als einen "Quantensprung" für die Notfallversorgung.

Pilotbetrieb und technologische Entwicklung

Das Notfallregister startet schrittweise und wird zunächst in ausgewählten Pilotkliniken getestet. Die erfassten Daten werden an einer zentralen Annahmestelle auf Plausibilität geprüft und zu sogenannten Registerfällen zusammengeführt. Dieses IT-System wurde in Zusammenarbeit mit dem Dienstleister adesso entwickelt und vom IT-Dienstleistungszentrum des Freistaats Bayern betrieben.

Ein wissenschaftlicher Dienst unter der Leitung des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM) begleitet die Datenanalyse. Diese wissenschaftliche Unterstützung soll sicherstellen, dass die Auswertung der Daten den höchsten Standards entspricht.

Datenschutz und Benutzerfreundlichkeit

Besonderes Augenmerk wurde auf den Datenschutz gelegt. Alle Datensätze werden pseudonymisiert, sodass keine Rückschlüsse auf Patienten oder Einsatzkräfte möglich sind. Diese Vorgehensweise wurde in enger Abstimmung mit dem Bayerischen Landesbeauftragten für den Datenschutz entwickelt.

Darüber hinaus wurde die Bedienung des Systems so gestaltet, dass kein zusätzlicher Aufwand für Einsatzkräfte entsteht. Die ohnehin elektronisch dokumentierten Daten werden automatisiert in das System integriert.

Vorteile für die Notfallmedizin

Mit der Einführung des Notfallregisters ergeben sich zahlreiche Vorteile:

  • Qualitätskontrolle - Eine laufende Überprüfung der Versorgungsqualität ist möglich.
  • Effizienz - Die Planung der Rettungsdienste kann wirtschaftlicher gestaltet werden.
  • Forschung - Zum ersten Mal ist eine datenbasierte Forschung in der präklinischen Medizin möglich.

Das bayerische Notfallregister setzt neue Maßstäbe für die medizinische Versorgung in Notfällen. Dieses Projekt könnte als Vorbild für ähnliche Systeme in anderen Bundesländern dienen.

Quelle: www.patizonet.com/de, presse-augsburg.de