Inhaltsverzeichnis:
- Stangenberg schwimmt mit Patenkind
- Gründung durch Zenker und Hünniger
- Spende für Vereinsheim
- Erlebnisse für Kinder
Stangenberg schwimmt mit Patenkind
2017 übernahm Florian Stangenberg die Patenschaft für einen neunjährigen Jungen, der nicht schwimmen konnte. Gemeinsam trainierten sie regelmäßig, bis sie drei Jahre später zusammen durch den Kuhsee schwammen. Solche Erlebnisse stehen beispielhaft für das, was das Mentoring-Programm leisten kann. Seit der Gründung wurden fast 200 Patenschaften vermittelt. Die betreuten Kinder stammen aus verschiedenen sozialen Lagen – häufig mit schwierigen Familienverhältnissen.
Die Kinder werden durch Fachkräfte der Jugendsozialarbeit an Schulen gemeldet. Einige leben mit schwer kranken Angehörigen, andere wachsen in überbelegten Wohnungen auf. So berichtete Stangenberg von einer Familie mit elf Kindern in nur fünf Zimmern. Drei Studierende waren dort gleichzeitig aktiv. Sie begleiteten die Kinder nicht nur bei Ausflügen, sondern sorgten auch im Winter für passende Kleidung – obwohl dies nicht zu ihren Aufgaben zählt.
Gründung durch Zenker und Hünniger
„Große Freunde“ wurde 2012 von Martin Zenker und Julia Hünniger an der Universität Augsburg nach dem Modell des Projekts „Balu und Du“ gegründet. Professor Andreas Hartinger ist seit Beginn Ansprechpartner. Studierende verpflichten sich für mindestens ein Jahr. Im Durchschnitt laufen die Patenschaften zweieinhalb Jahre. Grundschullehramtsstudierende erhalten dafür Credit Points und sammeln wichtige praktische Erfahrungen im Umgang mit Kindern.
Auch Studierende anderer Fachrichtungen engagieren sich. Seit letztem Jahr beteiligt sich auch die Hochschule Augsburg. Aktuell gibt es 33 aktive Patenschaften. Die Treffen finden einmal pro Woche außerhalb der Ferien statt und dauern ein bis vier Stunden. Das monatliche Budget für die Treffen – etwa für Kinotickets oder ein Eis – stammt überwiegend aus privaten Spenden und Fördermitteln von Stiftungen sowie der Stadt Augsburg.
Spende für Vereinsheim
Eine anonyme Spende in Höhe von 50.000 Euro ermöglicht es dem Verein, nach einem Grundstück für ein Vereinsheim zu suchen. Aktuell fehlt ein Ort, an dem sich Paten und Kinder regelmäßig treffen können. Ein eigenes Heim soll Raum für Feste und Gruppenveranstaltungen schaffen.
Stangenberg, seit 2020 im Vorstand, organisiert Kennenlerntreffen, Blockseminare, Gruppenaktivitäten und Vorträge. Etwa 20 Stunden pro Woche wendet er für das Ehrenamt auf. Eine feste Stelle sei wünschenswert, sei jedoch derzeit finanziell nicht möglich. Den Kontakt zu seinem ehemaligen Patenkind hält er bis heute – inzwischen ist der Junge 17 Jahre alt.
Erlebnisse für Kinder
Die Freizeitgestaltung ist vielfältig. Patinnen und Paten basteln, kochen, machen Sport, besuchen Museen oder gehen einfach mal ein Eis essen. Wichtig ist, dass das Kind im Mittelpunkt steht und individuelle Aufmerksamkeit erhält.
Viele Erfolgsgeschichten zeigen die Wirkung:
- Ein übergewichtiges Mädchen wurde durch ihre Patin zum Leichtathletiktraining motiviert.
- Ein Junge lernte mit Hilfe seines Paten schwimmen und bewältigte den Kuhsee.
- Eine Patin wurde zur Kommunion ihres Patenkindes eingeladen.
Der Verein zeigt, wie langfristige persönliche Beziehungen das Leben von Kindern positiv beeinflussen können – auch ohne großen finanziellen Aufwand.
Quelle: Augsburger Allgemeine, www.milekcorp.com/de