Inhaltsverzeichnis:
- Günstige Bedingungen für Gerhard Mayer und sein Team
- Schwierige Starts und Verletzungen bei Jungvögeln
- Folgen der Hitze sichtbar an Storchenbeinen
- Flugtraining für Reise in den Süden beginnt
Günstige Bedingungen für Gerhard Mayer und sein Team
Im Frühling 2025 brüteten zwei Storchenpaare im Zoo Augsburg. Im Vergleich zu 2024 – damals waren es noch vier Paare – ist das ein Rückgang. Jedoch konnte sich der Nachwuchs in diesem Jahr erstmals wieder entwickeln. Gerhard Mayer vom Landesbund für Vogelschutz beobachtete kürzlich zwei Jungstörche bei ihren ersten Flugversuchen. Sie zeigen kräftiges Wachstum. Die Federn sind beinahe vollständig entwickelt. Seit rund zwei Wochen kümmern sich die Eltern zwar noch um die Fütterung, aber sie bewachen den Nachwuchs nicht mehr.
Die dramatischen Regenfälle des Vorjahres hatten die gesamte Brut vernichtet. Das sogenannte Jahrhunderthochwasser in Schwaben hatte den Lebensraum massiv belastet. 2025 hingegen bot trockenes und warmes Wetter, das eine sichere Aufzucht ermöglichte.
Schwierige Starts und Verletzungen bei Jungvögeln
Nicht jeder Storchenflug endet erfolgreich. Mayer erinnert sich an einen besonderen Moment im Zoo: Plötzlich breitete einer der Jungstörche die Flügel aus und hob ab. Wenig später folgte das Geschwistertier. Beide landeten sicher. Damit beginnt ihre Flugkarriere.
Ein Blick auf neun Pflegestörche im Zoo zeigt, dass nicht jeder Start ins Leben gelingt. Einer dieser Vögel, ursprünglich aus Aichach, verletzte sich bei seinem ersten Flug schwer am Flügel. Diese Tiere können nicht ausgewildert werden und bleiben dauerhaft unter der Obhut des Zoos.
Folgen der Hitze sichtbar an Storchenbeinen
Die hohen Temperaturen der letzten Wochen haben auch bei den Vögeln Spuren hinterlassen. Besonders betroffen sind die Beine: Sie erscheinen weißlich gefärbt. Dies liegt an einer natürlichen Strategie der Tiere. Um sich abzukühlen, lassen die Störche Urin langsam über ihre Füße laufen. Die Verdunstung sorgt für Kühlung.
Zusätzlich erschwert die Hitze die Nahrungssuche. Insekten und Kleintiere ziehen sich zurück, Wasserstellen trocknen aus. Dennoch bleiben die Tiere stabil. Mayer ist zuversichtlich, dass auch die verbleibenden zwei Jungvögel bald starten werden.
Flugtraining für Reise in den Süden beginnt
Die jungen Weißstörche müssen nun weiter üben, um fit für ihre lange Reise zu werden. Anders als viele ihrer Artgenossen verbringen die Augsburger Tiere den Winter nicht in Deutschland. In den letzten Jahren zog es sie stets in wärmere Länder.
Bevor es jedoch so weit ist, stehen Wochen intensiven Trainings an. Kraft, Orientierung und Ausdauer müssen weiter gestärkt werden. Wenn alles gelingt, treten im Herbst vier selbstständig fliegende Jungstörche ihre erste Reise in den Süden an.
Quelle: Augsburger Allgemeine, webrivaig.com/de