Montag, 11 August 2025 14:01

Betrugsprozess gegen Daniel B. in Augsburg

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Daniel B. vor Gericht in Augsburg wegen Betrugsvorwürfen Daniel B. vor Gericht in Augsburg wegen Betrugsvorwürfen pixabay/Foto illustrativ

Ein ehemaliger Mitarbeiter der Staatskanzlei in München steht in Augsburg wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug in elf Fällen vor Gericht. Der Gesamtschaden soll über eine Million Euro betragen. Mehrere Zeugen berichten, wie der Angeklagte über Jahre hinweg das Vertrauen seiner Bekannten gewann. Dabei soll er unter anderem gefälschte Anlagedaten genutzt haben, um seine Opfer zu täuschen.

Inhaltsverzeichnis:

Treffen bei griechischem Restaurant in Augsburg

Der heute 63-jährige Zeuge, früher erfolgreicher Geschäftsmann, lernte Daniel B. bei einem exklusiven Stammtisch in einem Restaurant in Augsburg kennen. Die Runde traf sich regelmäßig und bestand aus wohlhabenden Teilnehmern. Dort sei Daniel B., damals 36 Jahre alt und Beamter in der Staatskanzlei in München, als eloquenter und unaufdringlicher Gesprächspartner aufgefallen.

  • Laut Aussage des Zeugen wirkte Daniel B. sehr kompetent in Finanzfragen
  • Der Kontakt entwickelte sich zunächst ohne Gespräche über Geldanlagen
  • Später vertraute der Zeuge ihm größere Summen an

Erste Investitionen und Gewinne

Zunächst soll Daniel B. die ihm anvertrauten Beträge tatsächlich in Aktien angelegt haben. In einem Fall überwies er dem Zeugen mehr als 100.000 US-Dollar Gewinn. Dadurch wuchs das Vertrauen. Summen von 50.000 Euro oder 10.000 Euro flossen mehrfach. Anschließend bot der Angeklagte angebliche Investitionen in Kryptowährungen an. Laut dem Zeugen war ihm bewusst, dass solche Anlagen riskant sind. Dennoch soll Daniel B. diese Gelder nicht wie versprochen angelegt, sondern privat genutzt haben.

Vorwürfe der Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft wirft Daniel B. vor, die ihm anvertrauten Gelder für ein Leben im Luxus ausgegeben zu haben, darunter auch Reisen nach Dubai. Um den Anschein seriöser Geschäfte zu wahren, habe er fiktive Portfolios mit sogenannten Visualisierungstools erstellt. Die Opfer konnten diese online einsehen und eine angebliche Wertentwicklung verfolgen. Tatsächlich habe es diese Anlagen nicht gegeben. In der Anklage wird von elf Betrugsfällen gesprochen, mit einem Gesamtschaden von gut einer Million Euro.

Geständnis und persönliche Hintergründe

Am ersten Prozesstag gestand Daniel B. die Tatvorwürfe vor der Vorsitzenden Richterin Cornelia Seidl. Er erklärte, er habe ein Doppelleben geführt. Einerseits habe er als Beamter gearbeitet, andererseits betrügerische Geschäfte betrieben. Als Grund nannte er den Wunsch, die finanziellen Ansprüche seiner zweiten Ehefrau zu erfüllen, die ebenfalls Juristin ist. Der 63-jährige Zeuge, heute im Ruhestand, ist von dem früheren Freund „extrem enttäuscht“. Er betonte, dass die Freundschaft endgültig beendet sei. Daniel B. bat ihn um Entschuldigung und versprach, sich um eine Rückzahlung zu bemühen.

Weitere Zeugen sollen noch im Laufe des Prozesses aussagen. Ein Urteil könnte noch in diesem Monat fallen.

Quelle: Augsburger Allgemeine, www.globewings.net/de